Einstieg Anmelden Fragen Hilfe
Psychotherapeutischer Heilpraktiker Lernen

Einstieg Anmelden Fragen Hilfe

Amtsärztliche Überprüfung, Heilpraktiker für Psychotherapie in Sachsen

Prüfungsprotokoll, am 8.12.2011 in Löbau, K.W., Bestanden im 3. Anlauf

Es fing schon sehr eigenartig an. Ich kam rein und der Herr Dr. Pfahl stand auf und gab mir die Hand, dasselbe der Heilpraktiker. Ich schaute nun zu der Frau Janke und sie saß mit verschränkten Armen da und sah auf ihr Blatt, sie hatte keine Absicht mir Guten Tag zu sagen. Ich dachte eine Sekunde nach und entschied mich, ihr meine Hand zum Gruß hinzustrecken. Sie nahm sie und sagte mir „Guten Tag“. Dann ging es sofort los.

1. Frage Wie dürfen Heilpraktiker nicht werben?
Meine erste Idee war keine Werbung in kostenlosen Werbeblätter nur in bestimmter Größe usw. – Nein das wollten sie nicht. Und plötzlich juhu kam der Geistesblitz
Heilpraktiker dürfen kein versprechen auf Heilung abgeben!
Ja! Dr. Pfahl war sichtlich erleichtert, dass ich das wusste.

2. Frage Was ist Unterbringung?
Habe angefangen den Gesetzestext vorzutragen, wann eine Betreuung nötig ist. Plötzlich kam der 2. Geistesblitz – Unterbringung ist Psych. KG! Richtig habe alles dazu angesagt. Wenn jemand fremd- und eigengefährdet ist, eine psychische Erkrankung hat und die Gefahr mit anderen Mitteln nicht zu verhindern ist. Ich habe gesagt, dass der Pat. im Notfall auch gegen seinen Willen in eine psychiatrische Klinik eingeliefert wird. Also mit Zwang – das wollte man hören. Was machen Sie nun, wenn das in ihrer Praxis passiert. Ich rufe die Polizei. Das hat Ihnen gelangt.

3. Frage, Fall:
Ich habe alles mitgeschrieben und mir auch die Symptome nochmals
wiederholen lassen, weil ich so schnell nicht mitschreiben konnte.
Kann ich jedem empfehlen!

50 jähriger Mann
Fühlt sich matt
Schlecht schlafen
Appetitlosigkeit
Schwitzt
Keine Lust auf Aktivitäten

Was können Sie für den Patienten tun?
Frage an Ärztin:
Wie lange hat er die Beschwerden? 8 Wochen
Gab es auslösendes Ereignis? Nein = Ausschluss von PTBS und Anpassungsstörungen
Hat der Pat. Orientierungsstörungen? Nein = Die Ärztin war völlig aufgebracht, wieso fragen sie so etwas, dass passt doch gar nicht zu dem Fall! 3. Geistesblitz – Im Fall der Patient trinkt z.B. schon lange Alkohol das scheint mir hier der Fall zu sein, kann es durch Alkoholmissbrauch zu Hirnorg. Erkrankungen kommen, die wiederum mit Orientierungsstörungen einhergehen.
Also Ausschluss Hirnorg. Psychosyndrome – Da hat sie mit den Armen gefuchtelt und gemeint ja ja das stimmt schon, aber machen sie weiter. Sie müssen nicht das ganze ICD 10 runter fragen!

Trinken Sie Alkohol? Ja
Wie viel Alkohol trinken sie denn? 2 Bierchen am Abend
Und Schnaps? Nein nur selten
Hat sich der Alkoholkonsum erhöht? nein
Haben sie Wahnsymptome? nein – Ausschluss endogene Depression
Haben sie Angstphänomene? Nein – Ausschluss Phobien und generalisierte Angststörung

Bevor ich mich zu einer Verdachtsdiagnose äußern kann, würde ich den Patienten zu einer Konsillaruntersuchung zum Arzt schicken.

Ja bitte! Woran denken Sie?
Magen-Darm-Erkrankung? – Frage: was wäre in dem Fall wichtig? 4. Geistesblitz – das
Gewicht abzufragen! Haben sie abgenommen – Ja 4 Kg!

Waren sie im Ausland? Ja - Stuhluntersuchung wegen Viren und Bakterien – keine vorhanden

Diabetes? Wie kommen sie darauf?
Auch Appetitsverlust und Gewichtsverlust
Bluttest - Keine Diabestes!

Salmonellen ? nein

Nieren und lebererkrankung? Nein

Dann meint die Ärztin, Frau Wonneberger noch ein was will ich hören. Oh das war massiver Druck. In meinem Inneren war jetzt der Zeitpunkt um aufzugeben. Ein was oder ich falle durch und es ist nicht zufassen, der mittlerweile 5. Geistesblitz kam.

Schilddrüsenerkrankung! Ja!

Und nun weiter zu ihrer psych. Diagnose. Was genau haben sie im Verdacht.

Antwort: Ich habe eine Depressive Episode mit somatischem Syndrom im Verdacht. Und zwar weil fast alle Symptome laut ICD 10 für Depression erfüllt waren. Habe alle 3 Hauptleitsymptome und 7 weitere Symptome aufgeführt und wollte noch weiter machen, warum ich dazu komme mit somatischen Syndrom, da hat sich mich unterbrochen, dass müssen nicht alles aufführen. Schade – wusste es aber.

Nun wieder schwierige Situation, sie sagte ja das stimmt, aber es fehlt etwas! Oh Gott ich wollte mich wieder fallen lassen, denn ich hatte ja schon alles ausdifferenziert. Und in meiner Verzweiflung starrte ich auf meinen Zettel und dort stand dick unterstrichen Alkohol! Das war es. Ich meinte ich müsse dranbleiben und genau hinterfragen inwieweit eine Alkoholabhängigkeit besteht. – Ja !

Frage: An welchen Merkmalen erkennen sie eine Abhängigkeitserkrankung?
Ohne überlegen: Entzugssymptomatik, Toleranzentwicklung und Kontrollverlust und den Zwang die Droge konsumieren zu müssen.

Frage: Wie genau können sie nun dem Patienten helfen?

Ich will beginnen mit Annahme des Patienten, er soll Vertrauen gewinnen…..
Sie unterbricht mich und sagt „ Das können sie sich schenken, was genau machen sie?

Ich erzähle von den 4 Säulen der Therapie:
1. Medikamente
2. Psychotherapie
3. Körpertherapie
4. sonstige Therapien

Ich entschließe mich bei Säule 4 Sonstige Therapie anzufangen und zähle auf
1. Schlafentzug
2. Elektrokrampftherapie
3. Lichttherapie

Die Ärztin springt fast auf den Tisch und sagt: Was soll das? Ich will hören, was sie mit dem Patienten in ihrem Fall machen? Doch wohl nicht Elektrokrampftherapie! Ich sage nein nur bei schwerer Symptomatik z.B. bei Major Depression

Unsicherheit, die man fast hören kann.

Stammle weiter: Entspannungsverfahren
Tagesstrukturierung
Psychoedukation
Schlafhygiene
Körperliche Bewegung

Bin mit Nerven am Ende. Ich wusste nicht, ob sie tiefenpsychologische Ansätze hören wollte. Hab es mir verkniffen. Man ist da sehr ablehnend. Schweigen – dann stammle ich noch Bearbeitung der Alkoholproblematik – dann ist die Luft raus.

Da sagt sie mir reicht es. Mir fällt ein Stein vom Herzen mehr hätte ich nicht zu Stande gebracht. War sehr verunsichert, was man hören wollte. Habe mich nachher sehr geärgert, dass ich nicht doch noch tiefenpsychologische Ansätze erwähnt habe, nämlich Pat. muss lernen seine Bedürfnisse zu äußern, sich durchzusetzen, lernen Grenzen zu setzen, Aggression muss frei werden, Leiden muss geopfert werden, Genussfähigkeit muss gesteigert werden. Schade hatte solche Angst wieder platt gemacht zu werden - im Nachhinein denke ich es hätte dort hingehört, das grämt mich immer noch.