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Amtsärztliche Überprüfung HP-Psych. mündlich / Löbau (Sachsen)

08.12.11 – Gedächtnisprotokoll, BR, Nicht bestanden

Prüfer: Was wollen Sie machen, wenn Sie ab morgen mit der Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde auf dem Gebiet der Psychotherapie arbeiten können?
Antwort: ... über meine Tätigkeit mit der Methode der auditiven Wahrnehmungsförderung gesprochen...

Prüfer: Formale Denkstörungen – was wissen Sie darüber?
Antwort: Zu den formalen Denkstörungen zählt man z.B. das Gedankenabreißen, Neologismen, Gedankeneinschiebungen, Denkverlangsamung oder die Denkhemmung bei Depression, Andere psychische Krankheiten, wo formale Denkstörungen auftreten, sind z.B. die Schizophrenie und die Manie.
Formale Denkstörungen erkennt man meistens anhand der Sprache des Betroffenen.

Prüfer: Die Manie – welche formale Denkstörung ist für sie typisch?
Antwort: die Ideenflucht.

Prüfer: Jetzt das Fallbeispiel (die Fachärztin übernimmt den folgenden Part)
Eine 69-jährige Frau, welche zu ihnen in die Praxis kommt, weil ihr Mann sie geschickt hat, weil er festgestellt hat, dass sie so vergesslich geworden sei. Außerdem sagt er ebenso wie die Kinder, dass sie sich in der letzten Zeit immer mehr zurück ziehe.
Meine Fragen: (auf den Wunsch des Amtsarztes hin direkt!! an die Fachärztin gerichtet, welche die Antworten der Patientin gab)
Merkt sie das selbst auch? Nein, kaum.
Seit wann sei das so? Seit einigen Wochen.
Wie fühlt sie sich, normal oder etwas bedrückt? Nicht normal, eher bedrückt – mehr so irgendwie gefühllos.
Hat sie Interessen oder Hobbys, die sie verfolgt? Nein, früher hat sie gern gelesen, aber dass macht sie jetzt auch nicht mehr.
Hat sie Probleme mit den Augen, bzw. das auch augenärztlich abklären lassen? Nein, sie war beim Augenarzt und der sagte, das alles in Ordnung ist.
Wie ist es bei Sachen, Tätigkeiten, bei denen sie sich auf etwas konzentrieren muss? Schlecht, das ist etwas schwierig.
Wie ist es mit dem Schlaf, gibt es Schlafstörungen? Sie schläft schlecht, schon seit Jahren.
Was sind das für Schlafstörungen: Einschlaf-, Durchschlafstörungen oder erwacht sie morgens sehr viel eher vor dem Weckerklingeln? – Ja, alles.
Wie ist es mit ihrem Appetit? Sie ist schon seit vielen Jahren wenig.
Haben Sie andere Erkrankungen bzw. sind Sie schon einmal beim Arzt gewesen, um sich organisch untersuchen zu lassen? Ja, das war im Großen und Ganzen in Ordnung. Sie hat Bluthochdruck. Und er hat ihr Medikamente verschrieben.
Was für Medikamente? Das weiß sie nicht alles nicht so.
Gab es vor einigen Wochen einen Anlass oder ein Ereignis, was mit ihren jetzigen Symptomen in Zusammenhang stehen könnte?
Na, sie wird ja bald 70 Jahre alt und seit einigen Wochen sind sie mit der Planung für den Geburtstag beschäftigt.
Bedrückt es sie da, wenn sie an ihre Zukunft denkt? Wie ist es jetzt für sie, wenn sie sich in einen neuen Lebensabschnitt gehen sieht? Macht sie sich manchmal Gedanken wegen dem Tod? Ist das schwierig für Sie?
Naja, sie geht ja nicht in einen neuen Lebensabschnitt... sie arbeitet ja schon seit 10 Jahren nicht mehr...
Und Gedanken um den Tod – wer macht sich das nicht? Sie will aber 120 Jahre alt werden.
Kennt sie solche Phasen, in denen sie sich bedrückt fühlt und ob sie deswegen beim Arzt war? Ja, das hatte sie früher auch schon mitunter.

Cut: als vorläufige Verdachtsdiagnosen nenne ich die Demenz, die Pseudodemenz oder auch eine affektive Störung -> rezidivierende depressive Störung.

Prüferin: Bei einer Demenz, was würde da als wichtiges Merkmal fehlen?
Ich bin nicht auf Orientierungsstörungen gekommen, das fiel mir erst ein, als mir empfohlen wurde, die psychopathologischen Bereiche noch einmal durchzugehen.
Die Frage nach Orientierungsstörungen wurde mit Nein beantwortet (da bin ich mir allerdings nicht mehr 100%-ig sicher)
Ich habe außerdem noch die Frage nachgeschoben, ob sie auch Phasen kenne, in welchen sie gehobene Stimmung hat? Nein – kennt sie nicht.

Ich bin mir unsicher und sage, dass ich keine Diagnose ohne zusätzliche Tests in Bezug auf die Merkfähigkeit (Gedächtnis) stellen würde.
Prüfer: Welche Tests kennen Sie da und würden Sie anwenden?
Antwort: der Test von 100 in 7-er-Schritten rückwärts zu zählen oder der Test, 3 Worte mit der Aufgabe sich zu merken zu sagen – diese Worte nach einigen Minuten wiederholen lassen

Prüfer: Welche Therapiemethoden gibt es für die Demenz? (möglicherweise war die Frage auch: ... würden Sie bei einer Demenz anwenden?...)
Antwort:
als erstes eine Aufklärung der Patientin über die Erkrankung
ebenso eine Aufklärung der Angehörigen über die Erkrankung,
weiter eine Exploration über den Alltag der Pat. sowie daraus ableitend eine Liste von Maßnahmen, wie die Pat. Unterstützt werden könnte
der Fokus der Unterstützung soll auf die möglichst lang zu erhaltene Selbständigkeit der Pat. gelegt werden
medikamentöse Therapie durch einen Facharzt: Nootropika für die Anregung des Hirnstoffwechsels
Gedächtnistraining, Ergotherapie, evtl. Soziotherapie .... – Schluss -

Danach hatte ich ca. 3-4 min. auf dem Gang zu warten, dann bekam ich noch die Frage gestellt, ob ich den Uhrentest kenne – was ich verneinte.
Nicht bestanden. Unsicherheiten in der Diagnose Demenz, einer so häufigen Erkrankung heutzutage, weiter Therapiemethoden unzureichend, es interessieren nicht die, zu welchen ich die Pat. woanders hinschicke.
( -> Fallbeispiel-Diagnose: Pseudodemenz)